Nierenentzündung

Nierenentzündung
Äußerlich ist eine Nierenentzündung nicht erkennbar.

Nierenentzündung beim Wellensittich ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die irreparable Schäden an dem Organ zur Folge haben kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Symptome

Eine Nierenentzündung kann an den Ausscheidungen des Wellensittichs recht gut erkannt werden.

In diesem Fall ist der Harnanteil flüssig und umgibt den dunklen Kotanteil (braun/schwarz) wie eine Pfütze. Es fehlt somit auch der typische weiße Fleck aus Harnsäure auf dem Kothäufchen.

Die Vögel trinken mehr als gewöhnlich und scheiden so auch verhältnismäßig große Mengen an flüssigem Urin aus.

Später kann das Gefieder um die Kloake des Vogels mit weißer, unlöslicher Harnsäure verschmiert sein.

Mit der vermehrten Urinausscheidung kommt es nicht nur zu einem Flüssigkeitsverlust, sondern auch zu einem Verlust von Mineralstoffen (Elektrolyte), was Kreislaufstörungen zu Folge haben kann.

Die Wellensittiche haben weniger Appetit als normal, plustern sich auf und schlafen ungewöhnlich viel.

Ursachen

Die Entzündung der Nieren wird in der Regel durch Bakterien ausgelöst.

Die eigentliche Ursache ist aber eine Mangelernährung mit einer chronischen Vitamin-A-Unterversorgung als Folge einer ausschließlichen bzw. überwiegenden Ernährung mit Körnern.

Dadurch kommt es dann zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.

Therapie

Um die Bakterien abzutöten, wird dem Vogel zur Behandlung Antibiotika verabreicht, die die Nieren möglichst wenig belasten.

Unter Umständen kann auch eine Infusion notwendig werden, sowie eine Wärmebehandlung zur Unterstützung des Kreislaufes.

Zusätzlich können noch Multivitamine mit einem hohen Anteil an Vitamin-A injiziert werden.

Zum Ausgleich des Mineralstoffverlustes kann auch noch eine Tyrpode-Lösung verabreicht werden.

Von dem Verabreichen von Vitaminen über das Trinkwasser ist dringend abzuraten, da Wellensittiche dieses bei Geschmacks- und Farbveränderungen oft verweigern. Bei Nierenerkrankungen könnte das dann zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen.

Quelle: Doris Quinten: “Ziervogelkrankheiten” [Werbelink], S. 99f.